Woher kommen eigentlich die deutschen Farben?
Zu der Fußball-WM und anderen Ereignissen taucht Deutschland in ein Fahnenmeer. Doch woher kommt eigentlich die nationale Farbkombination Schwarz-Rot-Gold?
Anfang des 19. Jahrhunderts war das Gebiet ein bunter Fleckenteppich aus kleinen und großen Einzelstaaten, das durch das Kaisertum zusammengehalten wurde. Dessen Wappen war der schwarze Doppeladler auf gelbem Grund. Nach mehreren Kriegen, der Besatzungszeit Napoleons und dem Politikgipfel des Wiener Kongresses (1814-1815) bekamen die Kräfte gegen Monarchie und Kleinstaaterei Aufwind. Zu ihnen gehörten freiheitlich orientierte Burschenschaften und Freicorps wie die "Lützow’schen Jäger" unter dem Kommando von Adolf von Lützow. Der preussische Major versammelte einen bunten Haufen an Studenten, deren verschiedene Uniformen und Zivilbekleidungen mit einem einheitlichen Schwarzton eingefärbt wurden. Hinzu kamen gülden strahlende Messingknöpfe und rote Aufschläge. Diese Farbkombination, die durch eine uralte Reichsfahne des "Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation" bekannt war, setzte sich mit der Revolution im Jahr 1848 durch.
Die Zusammenstellung soll durch eine Aussage aus den Befreiungskriegen wie folgt verbürgt sein: "Aus der Schwärze der Knechtschaft durch blutige Schlachten ans goldene Licht der Freiheit." Dennoch blieben im Deutschen Kaiserreich die preußischen Farben Schwarz-Rot-Weiß bestehen.
Erst die Deutsche Nationalversammlung fand im Jahr 1912 den Kompromiss für Schwarz-Rot-Gold als Reichsfarben und Schwarz-Rot-Weiß als Handelsflagge. Nachdem bei den Nationalsozialisten alles im Zeichen des Hakenkreuzes gestanden hatte, führten die beiden Nachfolgestaaten nach dem 2. Weltkrieg wieder die Reichsfarben ein: In der BRD pur und in der DDR mit Hammer und Zirkel im Ährenkranz. Seit der Wiedervereinigung strahlen die Farben in einem neuen Licht.




Neuen Kommentar hinzufügen