Hilft es, am Automaten die Münze zu reiben?
Diese und andere Fragen stellt sich Ranga Yogeshwar in seinem neuen Buch "Sonst noch Fragen". Und tatsächlich begegnet uns dieses Phönomen jeden Tag. Ob wir nun vor einem Zigarettenautomaten oder dem Fahrkartenautomaten stehen - direkt neben dem Münzschlitzeinwurf befinden sich immer Kratzspuren. Und natürlich sind wir alle davon überzeugt, dass das "Schleifen" der Münze das Hängenbleiben im Automaten fördert.
Doch ganz im Gegenteil: Rangar führte einen Test mit jeweils 100 geriebenen und nicht geriebenen Münzen durch. Beim ersten Durchlauf fielen von den nicht geriebenen 4 Münzen durch. Bei den Geriebenen fielen sogar 5 Münzen durch. Praktisch also kein Unterschied.
Kein Wunder, denn im Automaten befinden sich Spulen, die ein elektromagnetisches Feld erzeugen. Jede Metallmünze verändert beim Durchrutschen dieses Feld und kann aufgrund dieser Feldänderung genau identifiziert werden, egal ob sie nun gerieben oder nicht gerieben ist. Um sich vor den Gebrauch von Falschmünzen zu schützen, werden die Automaten so fein eingestellt, dass immer die Gefahr besteht, dass auch mal echte Münzen durchrutschen. Beim zweiten Durchlauf klappt es dann meistens doch.
Und hier kommt laut Rangar die Psyche ins Spiel, bevor wir den zweiten oder dritten Versuch starten, reiben wir die Münze an dem Automaten. Und die Münze bleibt hängen. Wir sind sodann davon überzeugt, dass das Reiben geholfen hat. Genausogut hätten wir aber auch die Münze in die Luft schmeißen können und danach wäre sie auch hängengeblieben.
Also, wir brauchen demnächst nicht noch weitere Kratzspuren auf den Automaten hinterlassen, denn Reiben fördert NICHT das Hängenbleiben der Münze.




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