Buchtipp: Villons Verse voller Laster
"Ich bin so wild nach Deinem Erdbeermund" und "Werd ich am Galgen hochgezogen, weiß ich wie schwer mein Arsch gewogen": Die Texte des Techno-Kulthits und des InExtremo-Gassenhauers haben den gleichen Autoren aus dem Spätmittelalter. Der Franzose Francois Villon hat sein aufregendes Leben als Kleriker, Krimineller und Vagant in zahlreichen Balladen und Liedern verarbeitet.
Diese hat Paul Zech so sinnlich im Deutschen nachgedichtet, dass die menschlichen Abgründe aus Dreck, Elend, Gier und Gewalt nur so aus dem Buch triefen. "Er rieb die Krätze sich herunter von der Haut und hatte wieder eine neue Braut": Solche Sätze formen den Band "Die lasterhaften Balladen und Lieder des Francois Villon". Der beobachtet aber auch vieles mit einem Augenzwinkern.
Die Nachdichtung hat 192 Seiten inklusive der Lebensgeschichte des Francois Villon. Das Taschenbuch ist bei dtv unter ISBN 3-423-00043-0 erschienen und kostet acht Euro. Zum poetischen Vergleich eignet sich die zweisprachige Ausgabe "Francois Villon - Sämtliche Werke" aus dem gleichen Verlag. Die 334 Seiten starke Ausgabe ist für zwölf Euro unter ISBN 978-3-423-12944-2 erhältlich.




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